Donnerstag, 30. September 2021

Tag 4: Maribor bis Celje

Maribor bis Celje:

Die ganze Nacht hatte es geregnet. Der Wetterbericht meldete Regen-Ende für 8 Uhr. Und der Regen hielt sich diesmal exakt an den Wetterbericht. Perfektes Timing. Beim Frühstück traf ich noch ein Paar, das ich an der Mur bereits kennen gelernt hatte. Zwei Pedelec-Fahrer, die auf dem Weg nach Dubrovnik waren. Allerdings wollten sie gleich ab Maribor quer durchs Landesinnere radeln. Somit trennten sich hier unsere Wege.

Bei starker Bewölkung und 8 °C fuhr ich los. Die starke Bewölkung blieb fast den ganzen Tag. Nur ab und zu versuchte die Sonne, sich einen Weg durch die Wolkendecke zu bahnen. Viel Erfolg hatte sie dabei nicht. Am späten Vormittag tröpfelte es ein wenig, hörte aber nach ein paar Minuten wieder auf. Nicht der Rede wert.

Mein Navi half mir dabei, den EuroVelo 9 zu finden, und ich verließ die Stadt.


Anfangs fuhr ich (wieder) auf dem Radweg neben der Bundesstraße. Aber bald war ich eigentlich mehr auf der Straße als auf Radwegen unterwegs. Somit konnte ich auch die Infrastruktur der Straßen nutzen - Tankstelle zum Kauf eines Müsliriegels, sanitäre Einrichtungen, Waschstraße. JA! Waschstraße! Wer sein Rad liebt, der schäumt ... oder so.


Picobello :-) Und bei der nächsten Tankstelle war dann Kettenpflege und Knopfdruck-Aufpumpen dran. Diesen Luxus hätte ich auf Radwegen abseits der Straßen nicht gehabt.

Ich glaub ja, dass ich heute die "Buckln" von gestern mit eingepackt hab. Aus Versehen vermutlich. Die heutige Etappe hatte zwar keinen wirklichen Berg, aber immer wieder kleine knackige Anstiege.




Ob bergauf oder bergab, angeschrieben waren 10 %, 12 %, 14 %, 15 %, 18 %. Die 18 % bezweifle ich allerdings. Mein Navi zeigte mir maximal 15 % an. Der "Berg des Tages" hatte einen Anstieg von 150 Höhenmetern und führte zu einem netten Café, in dem ich mir eine Überraschungs-Palatschinke gönnte. Gefüllt war sie mit Pudding (sehr kreativ!) und garniert mit heißen Erdbeeren und Ribiseln. Hat gut geschmeckt! Dafür fiel mein Mittagessen aus.



Nachdem der offizielle EuroVelo 9 immer nur auf der Straße oder neben der Straße verlief, beschloss ich kurzerhand, ein ganzes Eck abzuschneiden, so dass ich meine Gesamtstrecke auf 60,5 km (statt 91 km) verkürzte. Nachdem die morgige Etappe wieder um die 100 km sein wird, war mir der Abschneider ganz recht. Ab der Palatschinke ging's somit nur noch bergab bis Celje.


















Celje erreichte ich um 13 Uhr 30, das vorgebuchte Hotel um 13 Uhr 45. Ich fand es zwischen einer Autowerkstatt und gleich mehreren Einkaufszentren. Ich bin zuerst zweimal im Kreis gefahren. Der Name ist hochtrabend - Hotel Grande -, der Komfort eher weniger. Und das Internet funktioniert überhaupt nicht, so dass ich mit meinem Handy ins Internet gehen muss. Auch gut.

Gesamtstrecke 60,48 km
Zeit in Bewegung 3 h 14'
Gesamtzeit 5 h 38'
Temperatur in der Früh 8 °C, tagsüber bis zu 18 °C
den ganzen Tag über stark bewölkt, aber bis auf 3 Regentropfen trocken

Summe aller Steigungen: 490 m
Höhe Maribor: 281 m ü NHN
Höhe Celje: 239 m ü NHN



Mittwoch, 29. September 2021

Tag 3: Fehring bis Maribor

Fehring bis Maribor:

Meine Wetter-APP meldete mir schon seit Tagen 100% Regen für heute. Umprogrammieren? Eine andere Wetter-APP suchen? Ignorieren? Pfeif drauf ....

In der Früh war es ein bissl nebelig bei 11 °C. Aber man konnte erkennen, dass dahinter ein paar blaue Flecken versuchten, sich durchzusetzen. Das Frühstück war üppig, die Vermieter (die selbst am Nebentisch frühstückten) waren sehr gesprächig. So wurde es 8 Uhr 22, bis ich auf meinem Rad saß. Dem Rat der Vermieter folgend fuhr ich nicht zurück nach Fehring, um den EuroVelo 9 zu suchen, sondern fuhr gleich über zwei "Buckl" namens Heißberg und Kapfenstein ins Pretal. Dort war ich wieder auf dem EuroVelo 9 bzw. dem Thermenradweg.




Hier musste ich tatsächlich erst googlen, um herauszufinden, was das ist:



Eine alte Weinpresse!

Und was stellt das dar? Die Kochlöffeln zum Umrühren einer Gulaschsuppe?


Ja ja, wer zuerst bergauf geradelt ist, darf auch anschließend herrliche 15% Steigung bergab genießen.




Ab St. Anna am Aigen ging es endgültig bergab in die Niederungen. Aus war's mit den "Buckln". Es hat sich ausgebucklt.


In der Nähe von Kramarovcic kam ich der slowenischen Grenze nahe und fuhr bis Bad Radkersburg die Grenze entlang.


















In Bad Radkersburg endet der Thermenradweg. Ab hier folgt der EuroVelo 9 dem Murradweg.



Der Murradweg ist ein 475 km langer Radweg, der entlang der Mur vom Lungau (Salzburg) durch das Murtal bis in die Südsteiermark und weiter nach Slowenien und Kroatien verläuft. 

Anfangs sah ich die Mur gar nicht, kreuzte immer wieder Bäche oder Nebenflüsschen der Mur und fuhr durch Wälder und Auenlandschaften nahe der Mur. Richtig idyllisch!

















Bei Oberschwarza konnte ich endlich einen Blick auf die Mur aus der Nähe werfen.


In Gersdorf an der Mur überquerte ich die Mur und erreichte Spielfeld. Aus war's mit der Idylle. Ich fand mich auf einem Radweg unmittelbar neben der Fahrbahn der Bundesstraße 67 wieder und passierte bald nach Spielfeld die Grenze nach Slowenien.




Aaaah in Slowenien heißt der EuroVelo 9 nun Radroute 1 und ist ebenfalls ausgeschildert - neben der Bundesstraße 437. Örks ....



Um 15 Uhr 30 begann es zu tröpfeln. Aus dem Tröpfeln wurde ein leichter Regen, der bis Maribor anhielt. Die Stadtgrenze von Maribor erreichte ich um 16 Uhr, das vorgebuchte Hotel im Zentrum um 16 Uhr 40.




Gesamtstrecke 93,34 km
Zeit in Bewegung 5 h 19'
Gesamtzeit 8 h 13'
Temperatur in der Früh 11 °C, tagsüber bis zu 22 °C
abgesehen vom Morgennebel anfangs aufgelockert bewölkt, vormittags sonnig, zu Mittag zogen Wolken auf, Regen ab 15 Uhr 30

Summe aller Steigungen: 575 m
Höhe Fehring: 323 m ü NHN

Dienstag, 28. September 2021

Tag 2: Mönichkirchen am Wechsel bis Fehring

Mönichkirchen am Wechsel bis Fehring:

Was für ein Traumtag! Sonne vom Start bis zum Etappenziel. Und das bei angenehmen Temperaturen!

Um 8 Uhr 07 fuhr ich los - gleich einmal bergab. Vorerst! Blauer Himmel, ein paar weiße Wölkchen, Sonnenschein, 11 °C. Immerhin war ich auf 960 m Höhe. Da darf es in der Früh frisch sein.

Wenn man glaubt, dass man den Wechsel nur bergab fährt, irrt man sich. Die steirische Seite des Wechselgebiets ist ziemlich hügelig. Kein Wunder. Hier ist man in der Buckligen Welt.

Die Bucklige Welt ist ein Hügelland am Alpenostrand. Die Höhe beträgt zwischen 375 und 900 m ü.A. Ihren Namen erhielt die Bucklige Welt von ebendiesen zahlreichen Hügeln, die von der einheimischen Bevölkerung "Buckln" genannt werden. Durch ihre Topografie ist diese Landschaft auch als "Land der 1000 Hügel" bekannt.

Im Südwesten wird die Bucklige Welt vom Wechselmassiv und im Westen vom Semmering-Gebiet begrenzt. Gegen Norden fällt sie zum Wiener Becken ab, wohin sie auch über die Pitten entwässert, die ich gestern entlang gefahren bin. Im Nordosten bildet das Rosaliengebirge die Grenze zum Wulkabecken als Teil des Neusiedler Seebeckens, östlich liegen die Ödenburger Berge als Ostspitze des Nordsporns der Ostalpen, südlich davon läuft die Bucklige Welt gegen Oberpullendorf in die mittelburgenländische Bucht aus. Im Süden liegen das Günser Gebirge und das Südburgenländische Hügel-/Riedelland, im Südwesten das Joglland. Ein bissl lustig finde ich es immer, Hügel im Burgenland als Berge zu bezeichnen. Aber vielleicht werden damit die Hügel ein wenig interessanter oder imposanter :-)

Der Thermenradweg verläuft hier teilweise auf der alten Wechselbundesstraße und teilweise auf Güterwegen, teilweise auch auf eigens angelegten Radwegen. Bis Hartberg kannte ich die Strecke schon.




















Bei Thalberg fuhr ich an einer Burg vorbei. Google gab mir Auskunft:

Die Burg Thalberg ist ein hervorragendes Beispiel des hochmittelalterlichen Burgenbaues in der Steiermark und wohl die besterhaltene romanische Wehranlage des Landes. Sie befindet sich oberhalb der Lafnitz im Gemeindegebiet von Dechantskirchen, Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. Die Burg dürfte als landesfürstliches Lehen in den Jahren 1171 bis 1180 im Zuge der Grenzbefestigungsmaßnahmen gegen Ungarn durch Leopold von Erlach erbaut worden sein Erstmals urkundlich erwähnt wird Thalberg 1209 mit Leopolds Söhnen Erhard und Heinrich von Krumbach. 1346 fällt sie an Ulrich den Tursen. Im 15. Jahrhundert sind die Neuberg und die Herren von Rottal die Besitzer der Burg. Letztere ließen wesentliche Umgestaltungen und Erweiterungen durchführen. Von 1523 bis 1557 gehörte Thalberg den Dietrichssteinern. Sie vergrößerten die Herrschaft auf Kosten des Vorauer und Pöller Stiftsbesitzes. Das zur Burg gehörende Landgericht reichte bis zur niederösterreichischen Grenze am Wechsel.

Leider (!!!) war die Burg heute geschlossen. Geöffnet ist sie nur an den Wochenenden. Schade!



Ab Hartberg betrat oder besser gesagt befuhr ich Neuland. Ich fuhr durch Waldabschnitte - asphaltiert genauso wie grob schotterig. Landschaftlich richtig schön.




Teils ging es auch durch Wiesen und Weiden und durch kleine Dörfer. Zwischen Fürstenfeld und Fehring hatte ich noch zwei kurze Anstiege mit bis zu 14 % Steigungsgrad, damit ich nicht aus der Übung komme.




Fehring erreichte ich um 16 Uhr 20, mein Hotel um 16 Uhr 45.

Gesamtstrecke 106,81 km
Zeit in Bewegung 6 h 18'
Gesamtzeit 8 h 41'
Temperatur in der Früh 11 °C, tagsüber bis zu 24 °C
herrlich sonnig den ganzen Tag

Summe aller Steigungen: 1.065 m (die Buckln waren's)
Höhe Mönichkirchen: 955 m ü NHN
Höhe Fehring: 323 m ü NHN


Und jetzt muss ich ein bissl Werbung für mein Hotel machen. Das ist ja sooooo schön! Und dabei gar nicht so arg teuer: 66,50 für ein Einzelzimmer. Es liegt mitten im Grünen (etwas außerhalb von Fehring), ist ruhig und sehr komfortabel.