Sonntag, 3. Oktober 2021

Tag 7: Postojna bis Triest

Postojna bis Triest:

Nun hat mich der Regen endgültig eingeholt. In der Früh regnete es leicht bei 8 °C.

Ich fuhr um 8 Uhr 02 los. Vom Hotel aus gleich nach links zur Bundesstraße 409. Und da blieb ich bis Divaca, um auf die 205 zu wechseln. Einen Radweg neben der Hauptstraße hatte ich nur bis zur Stadtgrenze von Postojna. Danach war es vorbei mit Radwegen. Da aber heute Sonntag ist, war nicht viel los auf den Straßen.



Es regnete allerdings nur leicht, und ich hatte sogar zeitweise gar keinen Regen. Daher empfand ich den Regen nicht als schlimm. Zuerst fuhr ich ein wenig auf und ab, bevor es endgültig in die Niederungen ging. Ich radelte durch Wälder genauso wie durch Dörfer. Landschaftlich war die heutige Etappe eine richtig schöne Etappe.









Kurz vor der slowenisch-italienischen Grenze sah ich ein Schild, das zum Gestüt von Lipica führte. Meine heutige Etappe war kurz, so dass ich Zeit genug hatte, um dem Gestüt einen Besuch abzustatten und die Pferde zu bewundern.


























Ich kannte bisher die Lipizzanerpferde nur aus der Spanischen Hofreitschule. Aber das Gestüt zu besuchen, hat mich sehr beeindruckt.

Google gibt Auskunft:
Das Gestüt Lipica ist ein Gestüt im Ortsteil Lipica in der Gemeinde Sezana. Der Ortsteil ist der Namensgeber für die Lipizzaner-Pferde. Die Geschichte des Gestüts ist eng mit denen der Lipizzaner verbunden und reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Das Gestüt wurde um 1580 von Erzherzog Karl gegründet, da der Habsburger Adel für Paradeauftritte immer wieder Pferde brauchte. Die Zucht der weißen Lipizzaner war bereits anfänglich sehr erfolgreich. Es handelte sich um eine Kreuzung andalusischer Hengste mit einheimischen Stuten. Deren Gelehrsamkeit und Robustheit brachte die Pferde zunächst zu Dressurzwecken nach Wien. Sie wurden später vor allem in der Spanischen Hofreitschule beim kaiserlichen Hof vorgeführt.

Was es nicht so alles am Wegesrand gibt ...


Und ich merke, dass ich mich der italienischen Grenze näherte. Die Sprache änderte sich. Und da war sie schon:


Das Meer entdeckte ich auch bald. Triest liegt nicht weit entfernt von der Grenze.



Triest ist von Hügeln umgeben. Kein Wunder, Triest liegt zwischen der Adriaküste und dem Karst an der Grenze zu Slowenien. Beim Blick aufs Meer war ich noch auf 267 m Höhe. Aber danach ging es rasant bergab, bis ich mitten in der Stadt war.


Mein Navi führte mich zum Hotel, das ich bereits um 11 Uhr 45 erreichte. Einchecken konnte ich noch nicht, aber mein Gepäck und das Fahrrad konnte ich unterstellen. Kaum hatte ich das Hotel betreten, ging ein Wolkenbruch nieder, der sich gewaschen hat. Richtig Glück gehabt! Der Regen bei der Fahrt war dagegen mehr als harmlos.


Gesamtstrecke 50,77 km
Zeit in Bewegung 2 h 40'
Gesamtzeit 3 h 38'
Temperatur in der Früh 8 °C, tagsüber bis zu 22 °C
stark bewölkt, immer wieder leichter Regen

Summe aller Steigungen: 325 m
Höhe Postojna: 567 m ü NHN
Höhe Triest: 18 m ü NHN

Der Wolkenbruch ließ bald nach, und ich peilte den Kai an, um das Meer aus der Nähe zu sehen :-) Am Canal Grande fand ich ein kleines Lokal mit Tischen im Freien, um Mittag zu essen.

Anschließend spazierte ich den Kai entlang ...







... bis zum Bahnhof Campo Marzio, dem ehemaligen Staatsbahnhof von Triest. Hier ist seit 1984 das Eisenbahnmuseum untergebracht. Im Speziellen interessierten mich die Ausstellungsstücke bzw. Erinnerungsstücke der Bahnlinie Parenzana. Im Außenbereich sind auf einigen der ehemals 24 Gleisen Lokomotiven, Waggons und Straßenbahnen ausgestellt. Leider musste ich feststellen, dass das Museum seit dem 18. Juli 2017 wegen größerer Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Schade!!!





















Der Bahnhof Campo Marzio war einst Ausgangspunkt der Lokalbahn Triest-Parenzo - der Parenzana oder Parenzaner Bahn. Heute wird die ehemalige Bahntrasse (wie eingangs erwähnt) als Radwanderweg ("Weg der Gesundheit und Freundschaft") genutzt. Dieser Bahntrassenradweg hat seinen Ausgangspunkt historisch bedingt beim Bahnhof Campo Marzio. Ich fand auch gleich das Radwegschild neben dem Bahnhofsgebäude, auch wenn dieses erste Schild ein wenig unscheinbar ist. Nach dem Einchecken im Hotel kam ich mit dem Rad noch einmal hierher, um den ersten Kilometern der Parenzana zu folgen.




Abendimpressionen aus Triest:






Leider hat mir das Wetter und vor allem der Wetterbericht für die nächsten Tage einen Strich durch die Rechnung gemacht. Regen bis inkl. Donnerstag in der gesamten Region bis Porec. Es macht wenig Sinn, einen Bahntrassenweg im strömenden Regen zu fahren. Aus diesem Grund habe ich mir ein Bahnticket für meine Rückfahrt nach Wien gekauft und werde morgen zurückfahren.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Die Parenzana hole ich bei guten Wetterbedingungen auf alle Fälle nach!

Samstag, 2. Oktober 2021

Tag 6: Ljubljana bis Postojna

Ljubljana bis Postojna:

Wird's wärmer? Oder täuscht das nur? Der Tag begann mit 10 °C und leichter Bewölkung. Der Kaffee beim Frühstück war so grausig, dass ich auf Orangensaft umstieg. Und der war auch grausig. Das Brot war gut, und Müsli gab's auch. Sogar Rohkost und Obst war beim Frühstücksbuffet dabei. Der Tag war gerettet!

Ich fuhr diesmal erst um 8 Uhr 30 los. Ich hab ein bissl getrödelt, da ich dachte, die heutige Etappe ist kürzer, da muss ich nicht so früh losradeln. Der EuroVelo 9 war gleich ums Eck. Allerdings musste ich zuerst aus der Stadt raus. Dabei fuhr ich die Ljubljanica entlang und durch einen Teil der Innenstadt.




Kaum war ich aus Ljubljana draußen, war ich - oh Schreck - wieder auf dem Radweg neben der Hauptstraße. Örks ...


Aaaaah ein Radwegschild! Weg von der Straße und rüber auf die Piste. Der EuroVelo 9 hat sich nun von D1, danach D2 in den G10 verwandelt.



Bissi rumpelig, aber besser als neben LKWs und Autos auf einer stark befahrenen Straße zu fahren.

In Jezero, nach ca. 30 km Fahrt, kündigte sich der Berg des Tages an. Ich fuhr nicht mehr auf Feldwegen oder Rumpelpisten, sondern auf einer wenig befahrenen Asphaltstraße am Fuße eines bewaldeten Hügels entlang, bevor der Anstieg begann. Auffi auf den Berg war die Devise. Der Anstieg auf eine Höhe von 910 m war allerdings halb so wild. Zweimal war er von einem kurzen Flachstück unterbrochen, der maximale Steigungsgrad betrug 12 %, und die hatte es immer nur kurzzeitig. Ein paar Auf und Abs waren nach dem Erreichen der 910 m ebenfalls dabei. Landschaftlich war die Strecke sehr schön.
















Beim Bergabfahren suchte ich lange nach einer Möglichkeit, um Mittag zu essen. Die kleinen Dörfer haben zwar immer eine Kirche, aber ein Gasthaus findet man selten. Ich wurde aber schließlich doch fündig und gönnte mir Gnocchi mit 4 Sorten Käse. Sehr feudal und sehr gut!







Nach der Mittagspause in Cerknica schickte mich der EuroVelo 9 wieder auf die Piste. Ich fuhr in einen Wald, oder eigentlich in ein Naturschutzgebiet, auf teils grob schottrigem Weg mit Löchern, Furchen, bergauf und bergab. Rumpeldibumpel. Erstaunlicherweise nannte sich diese Piste Straße Nr. 914! Straßen mit einer gelben Nummerierung hatten bisher etwas anders ausgesehen. Das Naturschutzgebiet, durch das ich fuhr, nannte sich Rakov Skocjan. Google gab Auskunft:

Rakov Skocjan ist ein Tal und seit 1949 Naturreservat in Innerkrain nahe der slowenischen Stadt Cerknica. Der Bach Rak hat sich durch die Karstfelsen geschliffen und somit zwei natürliche Brücken geschaffen: die kleine und die große Naturbrücke, die etwa 2,5 km auseinander liegen. Diese zwei -brücken sind der Ein- und Ausgang einer Höhle, die zusammenstürzt ist. Am Ende verschwindet der Fluss in der Weberhöhle. Diese diente 1964 als Kulisse bei der Verfilmung von Winnetou 2. Teil.

Man lese und staune!






Nach etwa 10 km Piste ging die Nr. 914 wieder in eine Asphaltstraße namens Nr. 914 über. 150 Höhenmeter fehlten mir noch. Die konnte ich auf Asphalt fahren, bevor ich in Postojna war. Die Stadtgrenze erreichte ich um 16 Uhr 22 (doch später als ich erwartet hatte), das vorgebuchte Hotel um 16 Uhr 35. Mein Vorhaben, die Burg Predjama zu besuchen, verwarf ich, was ich sehr bedaure. Die Burg ist 10 km von Postojna entfernt. Dazu war es mir um 16 Uhr 35 schon zu spät, außerdem war meine heutige Etappe doch strapaziös. Einen Tag Pause in Postojna hätte ich gebraucht. Dann hätte ich mir die Grotte ebenfalls anschauen können. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Beides steht auf meiner ToDo-Liste.

Gesamtstrecke 75,81 km
Zeit in Bewegung 5 h 15'
Gesamtzeit 8 h 01'
Temperatur in der Früh 10 °C, tagsüber bis zu 19 °C
in der Früh leicht bewölkt, im Laufe des Tages zunehmend sonnig

Summe aller Steigungen: 973 m
Höhe Ljubljana: 289 m ü NHN
Höhe Postojna: 567 m ü NHN